Programmausschreibung
Förderrunde 4 (2018-2020)

 

Mit dem Programm „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“ fördert die Robert Bosch Stiftung engagierte Menschen, die durch ihr Denken und ihr Tun den gesellschaftlichen Zusammenhalt in ländlichen Räumen Ostdeutschlands stärken. Wir begreifen diese Menschen als „mutige Akteure“ und unterstützen sie und ihre Vorhaben darin, ihre Vision von einem besseren Leben zu verwirklichen.

Neulandgewinner/innen geben sich nicht damit zufrieden, wie die Dinge sind. Mit Eigensinn und Beharrlichkeit packen sie die Probleme an und suchen nach Lösungen: Sie bauen Werkstätten auf und bieten Gelegenheiten für Begegnung, sie denken Mobilität neu und schaffen neue kulturelle Orte. Sie kümmern sich um Flüchtlinge und um Kinder, Junge und Alte. Die Ideen und Wege sind oftmals unkonventionell, stellen aber immer das Gemeinwohl und das Miteinander in den Mittelpunkt. Sie wirken in die Gesellschaft hinein, indem sie stabile zivilgesellschaftliche Strukturen aufbauen, neue Mitstreiter/innen gewinnen und als starke Akteure auf Augenhöhe mit Politik und Verwaltung für ihre Sache einstehen.

Das Programm wird ausgeschrieben für die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Robert Bosch Stiftung führt ihr Programm gemeinsam mit dem Thünen-Institut für Regionalentwicklung eG, Berlin durch.

Das Auswahlverfahren für die Förderrunde 2018-2020 ist beendet.

Von den 42 Projekten, die wir vor Ort besucht haben, sind nun 20 für die 4. Förderung von 2018 bis 2020 ausgewählt worden.
16 davon hat die 7-köpfige Jury nach intensiven Diskussionen am 28./29. Juni 2018 der Robert Bosch Stiftung vorgeschlagen. Die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten bereits im Vorfeld entschieden, je eine Kandidatin aus Landesmitteln zu fördern.
Wir begrüßen die 6 neuen Neulandgewinner*innen aus Brandenburg, 4 aus Mecklenburg-Vorpommern, 4 aus Sachsen, 3 aus Sachsen-Anhalt und 3 aus Thüringen. Wir bedanken uns für die zahlreich eingereichten Bewerbungen.

Die Auftaktveranstaltung findet am 22. Januar 2019 in der Robert Bosch Stiftung, Repräsentanz in Berlin statt.

Ausschreibung Runde 4

Das Bewerbungsverfahren ist mehrstufig. Für die Online-Bewerbung genügen zunächst eine überzeugende Persönlichkeit und eine gute Konzeptskizze inklusive Kostenplan. Wenn Ihre Bewerbung überzeugt, wird Sie ein Auswahlgremium vor Ort besuchen und anschließend eine Vorauswahl aus allen besuchten Projekten treffen. Die Bewerber/innen der Vorauswahl stellen sich anschließend einer Jury vor, die die Neulandgewinner/innen auswählt.

Mehrstufiges Verfahren:

  • November 2017 - Februar 2018: Online-Bewerbung
  • April - Mai 2018: Vor-Ort-Besuche ausgewählter Projekte
  • Ende Juni 2018: Jurysitzung – Pitch potentieller Neulandgewinner/innen
  • Juli - September 2018: Erstellen eines Förderantrags
  • ab November 2018: Aufnahme ins Programm

 


Neulandgewinner Beckmann Foto Stefan Kaminski
Lukas Beckmann ist Landwirt und Diplomsoziologe und seit Frühjahr 2011 Vorstand der GLS Treuhand e.V. in Bochum. Davor war er Fraktionsgeschäftsführer der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er ist Gründungsmitglied der Grünen und Mitgründer der Heinrich-Böll-Stiftung. Lukas Beckmann ist Mitglied der Präsidialversammlung des Evangelischen Kirchentages und des Kuratoriums der RAG Stiftung. (Foto: Stefan Kaminski)

haney jury
Frank Haney ist seit 2013 Vorstand der Energiegenossenschaft Inselwerke eG. Außerdem seit 2017 beim Aufbau der Kreiswerke Barnim tätig, insbesondere fürs Carsharing im Landkreis. Er war 2013 bis 2016 Neulandgewinner mit Bildungs- und Mitmachprojekten zu Erneuerbaren Energien in Vorpommern. Frank Haney studierte Physik und Anlagenplaner für Enerneuerbare Energien.

laepple jury
Christhard Läpple ist Autor zahlreicher ZDF-Dokumentationen. Reporter und Redakteur im Berliner ZDF-Studio u.a. für das Heute Journal. Sein aktuelles Buch: „So viel Anfang war nie. Notizen aus der ostdeutschen Provinz.“ (2017)

Neulandgewinner Kaemper
Stefan Kämper ist seit 2008 stellvertretender Leiter der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit den Themen Dorf- und Regionalentwicklung, demographischer Wandel, Agrar- und Strukturpolitik. Bis 2007 war er in der Deutschen Vernetzungsstelle Leader tätig. Stefan Kämper hat Geographie, Volkswirtschaftslehre und Städtebau in Frankfurt/Main und Darmstadt studiert.

wolkenhauer jury
Ralf Wolkenhauer ist seit 2010 Leiter der Unterabteilung „Ländliche Entwicklung“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Zuvor war er seit 1990 u.a. in verschiedenen Funktionen in der Agrarstrukturverwaltung in Niedersachsen als Dezernent u.a. für die Dorfentwicklung und Umsetzung der EU-Förderprogramme sowie im Bundesministerium als Leiter des Ministerbüros und als Leiter Planungsstab tätig.

Schubert Franziska 100x90
Franziska Schubert ist seit 2014 Abgeordnete im Sächsischen Landtag (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war 2010 Mitbegründerin des “ Bündnis Zukunft Oberlausitz: Zukunftsnetzwerk im ländlichen Raum“ und 2013-2015 Neulandgewinnern der Robert Bosch Stiftung mit dem Projekt „Zukunfts-Projektor - Kreative Visionen und Lösungen für Leerstand in ländlichen Räumen“ Oberlausitz. Franziska Schubert ist studierte Wirtschafts- und Sozialgeographin.

Nikolaus Voss 100
Nikolaus Voss ist Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung. Zuvor war er bis 2008 Leiter des Büros des Ministerpräsidenten Dr. Harald Ringstorff und anschließend Leiter der Abteilung „Koordinierung der Landes- und Bundespolitik“ in der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern. Nikolaus Voss studierte Theologie.

Projektförderung: Die Robert Bosch Stiftung stellt 900.000 Euro für die Förderung von 15 bis 20 Neulandgewinner-Projekten zur Verfügung. Die Projektförderung ist auf zwei Jahre angelegt.

Mentoring: Als Programmteilnehmer erhalten Sie ein individuelles Mentoring zur Entwicklung und Umsetzung ihres Vorhabens.

Qualifizierung: In insgesamt vier Werkstätten lernen Sie mit und von den anderen Neulandgewinner/innen. Die Themen werden bedarfsorientiert ausgewählt. Zusätzlich finden Webinare zu Fachthemen statt.

Vernetzung: Innerhalb des Programmes werden verschiedene Vernetzungsformate zum Austausch untereinander, mit Neulandgewinner/innen aus früheren Runden und mit relevanten Akteuren aus Politik und Verwaltung angeboten

Sichtbarkeit: Flankierende Kommunikationsmaßnahmen schaffen Aufmerksamkeit für Ihre Idee.


Wir glauben an die Kraft des Einzelnen und wissen um die Stärke von Gemeinschaft. Deshalb suchen wir Persönlichkeiten,

  • die verändern wollen,
  • die Gesellschaft gemeinschaftlich gestalten wollen,
  • die kreativ sind und andere für ihre Ideen begeistern können,
  • die in einer aktiven Zivilgesellschaft eine notwendige Voraussetzung für Lebensqualität vor Ort sehen und
  • die den Austausch im Neulandgewinner-Netzwerk suchen und aktiv unterstützen wollen.
  • Bewerben können sich Vereine, Initiativen oder Privatpersonen.

    Hinweise für die Bewerbung als Verein, Initiative: Bitte benennen Sie eine Person, die Sie im Programm als Neulandgewinner/in repräsentiert. Der/die Neulandgewinner/in ist die Person, die im Auswahlprozess zentral für das Projekt steht und alle Verpflichtungen (Mentoring, Teilnahme an Werkstätten und Foren) wahrnimmt, d.h. das Projekt nach außen vertritt – damit ist nicht die rechtliche Vertretung gemeint.

    Bei einer Bewerbung als Einzelperson oder nicht-gemeinnütziger Träger gelten andere Fördergrundsätze. Bitte beachten Sie in diesem Fall unbedingt die Hinweise zur Gemeinnützigkeit (Download über Onlineportal).


Auswahlkriterien

Sie sollten mit Ihrem Vorhaben

  • eine konkrete gesellschaftliche Problemlage vor Ort praktisch verändern,
  • dabei gemeinwohlorientiert arbeiten,
  • lokal und gesellschaftlich wirken,
  • die Möglichkeit zur Partizipation und Teilhabe anderer schaffen
  • und Vorbild für andere sein wollen.

 

Ihr Projekt sollte sich

  • sinnvoll in den regionalen Kontext einbetten,
  • eine realistische Perspektive auf Umsetzung haben
  • und die Chance haben finanziell längerfristig zu bestehen.

 

Ausschlusskriterien

 

  • Das Projekt, mit dem Sie sich bewerben, erfüllt Regelaufgaben im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit.
  • Träger des Projekts sind überregionale Organisationen und Verbände, Landkreise und andere übergeordnete Einrichtungen.
  • Das Projekt zielt auf eine wirtschaftliche Betätigung oder den Aufbau einer wirtschaftlichen Infrastruktur.
  • Das Projekt besteht im Wesentlichen aus dem Erwerb, Bau oder Renovierung von Immobilien (Grundstücke, Gebäude).