Konferenz der Akteure „Das Land lebt doch!“ am 29.11.2018 in Berlin

Dokumentation

180 Aktive aus dem ländlichen Raum trafen sich am 29. November 2018 in der Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung in Berlin zur „Konferenz der Akteure“. Unter dem Titel „Das Land lebt doch!“ erzählten sie andere Geschichten über den Aufbruch in ländlichen Räumen; solche vom Gelingen, vom Scheitern und trotzdem Weitermachen. Bereits im Vorfeld waren Pecha-Kucha-Vorträge und Ideen für Themenräume eingereicht worden. Dadurch wurde die Veranstaltung maßgeblich von den Menschen gestaltet, die sich täglich im ländlichen Raum engagieren! Eingeladen hatte die Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume und dem Bundesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement.

Stimmungsvolle Eindrücke, die Veranstalter*innen und Teilnehmer*innen gesammelt haben, können Sie auf der Social Wall nachlesen.

Zur Social Wall

Eröffnung der Ausstellung „Aus den Werkstätten des Guten Lebens“

Einführung durch Dr. Kenneth Anders, Kulturwissenschaftler und Programmleiter im Oderbruch Museum Altranft

Zitate aus seinem Vortrag:

"Diese heftigen Auseinandersetzungen über die Zukunft der Demokratie haben, das ließ sich nicht übersehen, etwas mit Stadt und Land zu tun."
"Wenn man an die Projektstandorte selber geht, sieht man, dass dort nur das ganz normale Leben stattfindet!"
"Wenn aber die Kritik strukturell vermieden und gefiltert wird, schwächt sich das ganze Programm. Statt Dynamik, Wettbewerb und Auseinandersetzung über die geeigneten Arbeitsweisen stiftet man eitel Sonnenschein, behält seine Zweifel für sich und privatisiert die Kritik."

Audio-Mitschnitt der Einführung von Dr. Kenneth Anders:


Vernetzung über Projektkatalog

Auch an einem ganzen Tag Konferenz schafft man es nicht, mit allen interessanten Menschen ins Gespräch zu kommen. Wir haben für Sie die teilnehmenden Projekte in einem Projektkatalog zusammengestellt. 

Link zum Projektkatalog

Pecha Kucha - Das Land lebt doch!

1 Fabmobil

Fabmobil


Christian Zöllner, Constitute e.V.
www.fabmobil.orgwww.theconstitute.org

2 BIGHub

Innovationsforum BIGHub
„Startups auf dem Land“


Hans-Peter Sander, Ammersee Denkhaus e.G.
www.bighub.eu

3 Allianz

Hofheimer Allianz.
Eine Allianz für lebendige Ortsmitten


Matthias Hirschmüller, Hofheimer Land e.V.
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4 Moortheater

Moortheater


Uta Berghöfer, Verein Freunde Fritz Greve e.V.
www.moortheater.de

5 Resillienz

Resilienz ist uns zu wenig


Barbara Wetzel, Allerhand e.V.
www.allerhandverein.com

6 zukunftsfähigeDörfer

Eine Stimme für die Dörfer


Hartmut Berndt, BAG LAG
www.baglag.de

7 LAG neu

Unser Verein – stark für die Region!
Ein Ideenwettbewerb zur Kleinprojekteförderung


Christian Scheller, Regionalmanagement der LAG „Tor zum Erzgebirge – Vision 2020“
www.tor-zum-erzgebirge.de

8 Eschenhof

Wir betreten Neuland
Eschenhof - Gemeinsam Gärtnern e.V.


Andrea Keil, Eschenhof – Gemeinsam Gärtnern e.V.
www.eschenhof-verein.de

9 Ministerium

In Senegal gibt es ein Ökodörfer-Ministerium


Heike Brückner, Neuland gewinnen e.V. / Urbane Farm Dessau e.V.
www.urbane-farm.de

Die Themenräume

Menschen, die in ihren Kommunen Zukunft gestalten, sammeln viele Erfahrungen, stellen sich und anderen drängende Fragen und haben das Bedürfnis sich zu wichtigen Themen auszutauschen. Deshalb luden wir sie zur Mitgestaltung der Konferenz ein. Dank der 25 Mitwirkenden wurden 22 sehr unterschiedliche Themen angeboten. Sie reichten von kommunaler Entwicklungspolitik über die Zukunft der Ernährung bis zur Entwicklung von Finanzierungstrategien für Gemeinwohllabore. Die Wahl zwischen den Themen fiel den meisten Teilnehmenden nicht leicht.


Wittke

Als Koordinator kommunaler Entwicklungspolitik beschäftige ich mich nicht nur mit den Projekten der Baruther Partnerstadt Murun/Mongolei im sogenannten globalen Süden, sondern habe auch die Aufgabe, die Agenda 2030 und die 17 Nachhaltigkeitsziele vor Ort bekanntzumachen und mit Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie Wirtschaft zu kommunizieren. Leider sind diese 17 SDG als operatives Werkzeug vielen noch unbekannt. Daher finanziert die Bundesregierung gerade mehrere Programme, unter anderem auch meine Koordinatorenstelle. So sollen Kommunen unterstützt werden, das Zusammenleben in der einen Welt vor Ort zu beginnen. Im Themenraum werde ich das Konzept Kommunen in der Einen Welt (SKEW) sowie 17 SDG vorstellen und über die Förderung durch die Bundesregierung informieren.

Karsten Wittke, Stadt Baruth/Mark, Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik

E-Mail

Zoellner

Fahrbibliothek, Bäckerauto, Bofrostwagen..., es gibt viele mobile Lösungen für den ländlichen Raum. Wie geht aber ein mobiles Kulturangebot, das genauso direkt und offen zum Publikum fährt? Was ist dazu nötig? Wie realisiert man das und was wollen wir überhaupt? In dem Themenraum sammeln wir die Ideen und visualisieren sie in kleinen Skizzen und Stichwortsammlungen.

Christian Zöllner, Constitute e.V.

E-Mail

Wenzel

Ich möchte die werteorientierte Haltung des Projekts "DORFGESPRÄCH!" vorstellen. Es soll deutlich werden, welchen Mehrwert die Stärkung von gesamtgesellschaftlicher Integration und Demokratie vor Ort schaffen kann. Das Besondere des Konzepts im Vergleich zu klassischen Dorfentwicklungsprozessen wird erläutert. Ergebnis soll sein, dass die Teilnehmenden mit einem eigenen kleinen konkreten Impuls für ihr Engagement vor Ort aus dem Themenraum gehen.

Florian Wenzel, Gesellschaftswissenschaftliches Institut München e.V. für Zukunftsfragen (GIM)

www.dorfgespraech.net

Kerler

ProNah e.V. stellt eine Auswahl seiner eigenen Projekte mit dem Titel „Selbst ist die Region“ als Impuls für die Teilnehmer vor. Diese Anregungen sollen für die Teilnehmer Inspiration sein, eigene Projektideen zu überlegen, die sie gerne konzipieren bzw. umsetzen möchten. Jeder der (max. 10) Teilnehmer notiert sich seine Projektideen und stellt sich anschließend der Gruppe vor. Jeder der Zuhörer notiert sich bei jedem Vortragenden eigene Anregungen und Tipps, die er dann beim abschließenden Ideenpool persönlich dem jeweiligen Ideengeber mitteilt. Durch den Austausch der persönlichen Kontaktdaten kann – auf Wunsch – auch im Nachgang der Kontakt intensiviert bzw. können weitere Gedanken ausgetauscht werden.

Hermann Kerler, ProNah e.V.

www.pronah.de

Arnold

Wie bereits mit unserer Werft34 suchen wir auch in der Kulturhanse nach Mitteln und Wegen wie offene, gemeinwohlorientierte Labore und Werkstätten dauerhaft finanziell gesichert werden können und nicht vom Wohl eines Fördertopfs abhängen müssen. Wir wollen diskutieren, wie die Personen, die solche Werkstätten ermöglichen und nutzen, sich die Zeit dafür leisten und langfristig gesund aktiv bleiben können. Wir suchen nach Geschäfts- bzw. Betriebsmodellen, nach erfolgreichen Beispielen und übertragbaren Mustern, nach den nutzbaren Ressourcen und lokalen Wirtschaftskreisläufen.

Martin Arnold-Schaarschmidt, Plattform e.V.

www.deine-plattform.info

Arnold

Das Förderprogramm "Gut Beraten!" ist ein Ansatz zur Stärkung der Zivilgesellschaft und fördert Ideen zur Zukunftssicherung des ländlichen Raums in Baden-Württemberg. Rund 150 Initiativen machen bisher mit. Wir möchten den Besuchern die konkreten Ideen unserer zivilgesellschaftlichen Projekte zur Zukunftssicherung des ländlichen Raums vorstellen. Und wir möchten den Grundansatz des Förderprogramms zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg bekannt machen, weil er auch auf andere Bundesländer übertragbar ist.

Wolfgang Klenk, Allianz für Beteiligung

www.allianz-fuer-beteiligung.de

Berndt

Eine Stimme für die Dörfer – politische Gestaltungsmöglichkeiten für zukunftsfähige Dörfer sichern. Wie erreichen wir, dass unter der großen Überschrift „ländliche Entwicklung“ die politische Teilhabe der Dörfer in den verschiedenen politischen Ebenen gesichert wird? Wie ermöglichen wir es den Menschen vor Ort, ihre Mitbestimmungsrechte wahrzunehmen und bis in die Europapolitik hinein gehört zu werden?
Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAG LAG), Agrarsoziale Gesellschaft (ASG), Deutsche Vernetzungsstelle (DVS) und Dorfbewegung Brandenburg laden ein zum Gespräch.
Unsere Vision ist eine breite Allianz für die Dörfer und damit für den ländlichen Raum Deutschlands, so wie es in anderen europäischen Staaten bereits gelebt wird. Mit den Teilnehmenden wollen wir Strategien entwickeln, wie wir – die unterschiedlichsten Akteure im ländlichen Raum – Mitbestimmungsrechte auf allen politischen Ebenen einfordern, nutzen und sichern können.

Hartmut Berndt, BAG LAG / ASG / DVS / Dorfbewegung Brandenburg

www.lebendige-doerfer.dewww.baglag.de

Meyn

Wie funktioniert eigentlich unsere zukünftige Ernährung? – Dieser Herausforderung hat sich ein heterogenes Team unter Anleitung der Andreas Hermes Akademie gestellt: Vom konventionellen Landwirt, über Start-up-Gründerin bis hin zum kritischen Verbraucher wurden Visionen für unsere Zukunft formuliert. Dabei wurde auch mit den Händen gedacht und Prototypen unserer Zukunft gebaut. Der Themenraum der Neulandgewinner stellt das neue Testfeld für die entwickelten Visionen unserer zukünftigen Ernährung dar: Hier zeigen wir unsere Visionen, involvieren BesucherInnen und fragen auch sie: Wie funktioniert denn nun unsere Ernährung der Zukunft? Angeleitet von Trainern der Andreas Hermes Akademie werden die Visionen immer konkreter.

Mareike Meyn, Andreas Hermes Akademie e.V.

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Wunderer

Politische Planspiele gegen Rassismus im ländlichen Raum – und anderswo.
Angesichts des erstarkenden Rechtspopulismus in Deutschland sind wir in vielen Kontexten mit Situationen der Ausgrenzung, rassistischen Äußerungen und Vorbehalten gegenüber Migration und Migrant*innen konfrontiert. Um diesen entgegen zu treten, haben wir politische Planspiele entwickelt, um Handlungsoptionen auszuloten und Handlungsalternativen zu erproben: Wie kann ein demokratisches Miteinander funktionieren? Wie kommen wir vom Wegsehen zum Eingreifen?

Daniel Wunderer, Villa Fohrde Bildungs- und Kulturhaus e.V.

www.villa-fohrde.de

Fischer

KoDörfer sind Siedlungen mit 50 bis 150 kleinen Häusern und Gemeinschaftsgebäuden wie einem Coworking Space, Veranstaltungsräumen, langer Tafel, Kino, Café, etc. Wir richten uns überwiegend an Digitalarbeiter und Freiberufler. Unsere Vision: Urbanes Leben und Arbeiten auf dem Land. Wir verstehen uns dabei als Partner der Kommunen und Menschen vor Ort und gestalten das KoDorf in einem gemeinsamen Prozess, entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse vor Ort. Nähere Informationen und Berichterstattung finden Sie auf unserer Website kodorf.de

Ziel des Themenraums: Wir wollen gemeinsam erörtern, was „urbanes“ Leben auf dem Land bedeutet. Welche Infrastruktur wird dafür benötigt? Wie können Projekte wie das KoDorf einen echten Mehrwert für die Bevölkerung vor Ort bedeuten?

Frederik Fischer

www.KoDorf.de

Böhm

Ziel des Workshops ist es, mit im ländlichen Raum Aktiven ins Gespräch zu kommen und evtl. Möglichkeiten der Vernetzung, Kooperation und Unterstützung zu eruieren. Dabei wird es zunächst um die Programmbereiche von „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und die Praxis der Ausbildung von Demokratieberatern gehen. Im Anschluss daran werden einzelne Projektbeispiele besprochen und wir tauschen uns über konkrete Formen der Förderung aus.

Lan Böhm, Regiestelle "Zusammenhalt durch Teilhabe“

www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de

Scurrell

Ziel des Gesprächs ist es, eine Strategie für die politische Sichtbarkeit und die strategische Durchsetzungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Akteure im ländlichen Raum zu entwickeln. Wir wollen diskutieren, wie die Engagierten in den Dörfern und Kleinstädten in der gesellschaftspolitischen Debatte Beachtung erlangen können und eine Strategie entwickeln, mit der ihre Experimente in den Werkstätten des guten Lebens, ihre sozialen Innovationen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, ihre solidarischen Alternativen zu einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft Eingang in die politische Agenda finden.

Babette Scurrell, Neuland gewinnen e.V.

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Ribak

Die (Zukunfts)Region Malchin ist für uns ein Reallabor für eine gemeinschaftliche, humane Resilienzfähigkeit der Region und ihrer Bürger*innen. Es ist ein Gestaltungsraum, der auf die Jugend setzt, sich attraktiv, und aufregend macht – gerade auch durch Verantwortung für die Älteren. In den vielen und radikalen Veränderungsprozessen müssen wir „lesen lernen“ was demografischer und Klimawandel, Daseinsvorsorge in Zeiten von Energiewende, Ernährungsfragen und Digitalisierung, für uns und unseren Zusammenhalt bedeuten. ‚Was wünschen wir uns in diesen Veränderungen?’ Internationale Sommeruni, Bürgersalon der Dorfuni, Schulforschung Anthropozän, Bürgerstiftung Zukunftsregion Malchin, Influenzerprojekt und Jugendkongress versuchen diese Frage zu beantworten. Gemeinsam möchten wir Zukunftsentwürfe erörtern und entwickeln lernen.

Sina Ribak, Projekthof Karnitz e.V.

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N.Müller2

Welche neuen, alternativen, zusätzlichen Wege können wir in der Vereinsarbeit gehen, um die Kostenstrukturen gemeinnütziger Arbeit langfristig tragfähig zu gestalten? Welche wirtschaftlichen Aktivitäten können die gemeinnützige Arbeit unterstützen, ohne die Gemeinnützigkeit zu gefährden? Geht das überhaupt? Und wie?

Dazu wollen wir unsere Erfahrungen teilen, aber auch selbst neue Perspektiven und Ansätze in unsere Vereinsarbeit mitnehmen. Das gemeinsame Wissen kann genutzt werden, um neue Strategien für eine nachhaltige Finanzierung zu entwickeln.

Nicole Müller, heimatBEWEGEN e.V.

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O.Müller

Wie die Umfrage unter LEADER-Akteuren im Rahmen der Grünen Woche 2018 gezeigt hat, ist der „bottom-up“-Ansatz das charakteristische Merkmal des LEADER-Programms. Doch was genau verstehen RegionalmanagerInnen und Lokale Aktionsgruppen darunter? Wie können bottom-up-Prozesse in der Praxis gestaltet werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich nicht nur die Akteure vor Ort, sondern auch WissenschaftlerInnen der Universität Bonn im Rahmen des DFG-Projekts „Partizipative Entwicklung ländlicher Regionen“.

Wir laden LEADER-Akteure ein, sich über Beteiligungsformate auszutauschen und stellen die Frage danach, wie unterschiedliche Zielgruppen durch welche Formate erreicht und aktiviert werden können. Es soll ein Raum des Austauschs entstehen, in dem LEADER-Akteure über ihr Verständnis von „bottom-up“ in einen Dialog treten können. Durch den Erfahrungsaustausch erhalten LEADER-Akteure praktische Tipps und Tricks für die Einbindung unterschiedlicher Akteursgruppen im LEADER-Alltag.

Oliver Müller und Sina Wohlgemuth, Universität Bonn

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Sachs

Zentrales Thema ist „Gemeinsam statt einsam im Heim – Wie sieht der Lieblingsort für meinen Rollator und mein Pflegebett aus?“

Ziel ist die konkrete Visualisierung der (Wohn-)Ideen und Konzepte zum Alt-Werden, der gemeinsame Austausch, die Vernetzung und ggf. weitere Zusammenarbeit zu diesem Thema über die Konferenz der Akteure hinaus.

Antje Sachs, Mehrgenerationshaus Nuthetal e.V.

E-Mail

Hufenbach

Kampfansage und Projektdenkstart für ein bundesdeutsches Zentrum für die Entwicklung des ländlichen Raumes in der Oberlausitz vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Strukturwandels (Dekarbonisierung).
Revolution: 1. Zerschlagt die Glaskästen, holt die Verwalter, Macher, Bestimmer, Planer, Entwickler aus den Metropolen aufs Land. Den ländlichen Raum kann nur verstehen und fühlen, wer ihn hautnah erlebt hat. 2. Reißt alle Türen und Fenster der Gemeinderathäuser auf. – Wer sich nicht öffnet, wird den frischen Wind nicht erleben! 3. Kennst Du einen, der einen kennt, der einen kennt? Spread the news, spread the message! Wir sind viele, wir brauchen uns und wir brauchen eine Plattform!

Jan Hufenbach, Raumpionierstation Oberlausitz

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Golub

Im Zentrum des Themenraums soll die Frage stehen, wie wir lebendige Nachbarschaften und lokalen Zusammenhalt im ländlichen Raum wirkungsvoll fördern können. Hierfür möchten wir das soziale Netzwerk für Nachbar*innen nebenan.de sowie die zwei zentralen Projekte der nebenan.de Stiftung vorstellen: Mit dem Tag der Nachbarn (www.tagdernachbarn.de) bringt die Stiftung all jene Menschen, die sich sonst nur flüchtig im Hausflur oder auf der Straße begegnen, auf einfache, niedrigschwellige Art bei Nachbarschaftsfesten zusammen. Mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis (www.nachbarschaftspreis.de) wiederum zeichnet sie ganz besonders engagierte Nachbarschaftsinitiativen aus und macht sie zugleich bekannt, um zur Nachahmung anzuregen. Wir möchten den Teilnehmer*innen des Themenraums aufzeigen, wie sie die digitalen und analogen Angebote von nebenan.de und der nebenan.de Stiftung für sich nutzen können.

Sophie Golub-Abarbanell, nebenan.de Stiftung

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Meier

Der Themenraum "Leben in zukunftsfähigen Dörfern - Schulterschluss von Initiativen" wird die Ergebnisse des gleichnamigen Projekts vorstellen. Themen-Schwerpunkt ist die Frage: „Welche Möglichkeiten für einen Schulterschluss und der Vernetzung von diversen Initiativen für eine nachhaltige Dorf- und Regionalentwicklung sind denkbar und tatsächlich umsetzbar?“ Wie können wir den Kontakt und den Austausch unter den vielfältigen Initiativen (u.a. Neulandgewinner, Dörfer im Aufbruch, Dorfhelden) für eine nachhaltige Dorfentwicklung aufbauen bzw. intensivieren?

Wir wollen uns besser kennenlernen und miteinander nach Wegen suchen, unsere Arbeit für das Allgemeinwohl der Dörfer besser zu vernetzen, neue Bildungsformate zu entwickeln und bestehende Plattformen zu nutzen, die wir gemeinsam mit Leben füllen. Dafür sollen zeitnahe und konkrete weiterführende Schritte vereinbart und geplant werden.

Thomas Meier, GEN Deutschland e.V.

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Paaß

Aufbau Ost! Mit zukunftsweisenden Wohn- und Arbeitsformen das Neue Landleben einläuten. Es gibt mittlerweile viele ländliche Zukunftsorte im Osten Deutschlands (und anderswo): Co-Living und Co-Working Projekte, die mit ihrer kollaborativen Haltung Impulse für ein neues gemeinschaftliches Leben und Arbeiten auf dem Land setzen (z.B. Hof Prädikow, Coconat, Gut Stolzenhagen, Projektraum Drahnsdorf, etc. – denkbar aber auch Einzelinitiativen, die sich in einem Dorf oder einer Kleinstadt zusammenschließen). Sie sprühen vor Ideen und Energie, müssen aber auch viele Hürden überwinden: Finanzierung, Denkmalschutz, Gruppendynamik, Bauvorschriften… Höchste Zeit sich zu vernetzen, wertvolles Wissen auszutauschen und sich als Verband eine gemeinsame Stimme im Dialog mit der Politik zu geben! Ob aktiver Zukunftsortler, angehender Akteur, Bürgermeister, Landespolitiker oder Stifter, alle, die sich folgende Fragen stellen, sind bei uns gut aufgehoben: Wo finde ich Best-Practice-Beispiele? Wie finde ich die richtigen Leute für meinen Zukunftsort? Wie kann ich meine Gemeinde zum Zukunftsort machen? Wie können wir die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums gezielt unterstützen? Wir stellen die Initiative vor und testen gleich vor Ort, welche Synergien sich ergeben!

Julia Paaß, Hof Prädikow

www.zukunftsorte.org

Köbele

Leere erfahrbar machen, das Nichts spürbar werden lassen. Ist es Luxus in der Leere zu leben oder Bürde? Was verändert die Leere. Wer setzt den Impuls? Wer bringt sich wie ein?
Leere als einen gemachten Zustand erfahrbar machen und die Wandlung in ein gestaltetes Etwas zu erleben ist das Ziel des Themenraums. Ein unkonventioneller Zugang zu diesem wichtigen Thema, der uns in der kulturellen Arbeit im ländlichen Raum ständig begegnet. Eine Möglichkeit der persönlichen Standortbestimmung hierzu.

Corinna Köbele, Künstlerstadt Kalbe

www.kuenstlerstadt-kalbe.de

Tellisch

Bildung bereitet die neue Generation darauf vor, zukünftige Herausforderungen zu meistern. Doch gerade der ländliche Raum weist Problemfelder auf, die es in diesem Kontext zu bearbeiten gilt: 1. Das Bildungsniveau sinkt, da Akademiker ihre Zukunft nur in größeren Städten gesehen haben und auch weiterhin sehen. Beruflich attraktive Perspektiven für die Schüler im ländlichen Raum bieten sich nur wenige. 2. Der Lehrermangel stellt vor allem den ländlichen Raum vor Schwierigkeiten - finanzielle Anreize helfen da wenig. Quereinsteiger können dem Mangel nicht in jedem Fall qualitativ hochwertig entgegenwirken. 3. Abseits kultureller Höhepunkte und nahe rechtsextremer Tendenzen im ländlichen Raum scheint die Lebensqualität nicht die der Städte zu erfüllen. Hinzu kommen weite Schulwege, geringer medialer Ausbau und fehlende Szeneviertel. Doch welche Perlen hat Bildung im ländlichen Raum oder welches Potenzial verbirgt sich gerade in diesem Gebiet, so dass der ländliche Raum wieder bewusst gewählter und geliebter Lebensraum für die jetzige Schülergeneration wird und bleiben kann? Im Themenraum "Quo vadis, Bildung im ländlichen Raum?" sollen diese Perspektiven im World Café diskutiert und kreative Lösungsansätze entwickelt werden. Ziel ist es, derzeitige Herausforderungen ländlicher Bildung bewusst wahrzunehmen und Ideen für eine zeitgemäße sowie zukunftsfähige Bildung zu etablieren. Ausgangspunkt ist eine ländliche Region in Sachsen mit einer dortigen Schule. Übertragungsmöglichkeiten bestehen jedoch auf vielerlei Gebiete.

Prof. Dr. Christin Tellisch, Schulzentrum Riesa

www.schulzentrum-riesa.de

Abschlussdiskussion

 

Nach der Eröffnung der Ausstellung mit einem Vortrag von Kenneth Anders, den neun Pecha-Kucha-Präsentationen und der Arbeit in den 22 Themenräumen, kamen alle Teilnehmenden der „Konferenz der Akteure“ zu einer abschließenden Diskussion im Atrium der Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung in Berlin zusammen. Die Fragen, die die Teilnehmenden bewegten, waren so vielfältig wie sie selbst: Welchen Unterstützungsbedarf gibt es für das Engagement im und für den ländlichen Raum? Welche Bedarfe und Fallstricke liegen bei der Vernetzung der Aktiven vor? Was bedeutet gutes Leben auf dem Land? Wie kann man mit Bedrohungen umgehen, denen Neulandgewinnerinnen und Neulandgewinner sowie alle anderen ländlich Engagierten durch rechtspopulistische und rechtsextreme Angriffe ausgesetzt sind?

Julia Paaß, Neulandgewinnerin der 4. Runde aus Prädikow in Brandenburg, stieß dabei eine Debatte um Experimentierräume und Experimentierklauseln an, die den Einstieg in gesellschaftliches Engagement im Alltag wesentlich erleichtern könnten. Dort, wo die lokale Verwaltung über Jahre untätig geblieben sei - so die anschließende Diskussion - sollte sie sich mindestens ebenso lange mit starren Verordnungen und rigiden Vorgaben zurückhalten, um die Keimzellen des Neuen wachsen zu lassen. Barbara Klembt, Bürgermeisterin a.D. und ehemalige Jurorin des Programms, ging noch einen Schritt weiter, indem sie forderte, dass die Haftungsregelungen für Vereine und Initiativen, welche sich für gesellschaftliche Veränderungsprozesse einsetzen, nicht auf diese abgewälzt werden dürften.

Doch neben den Räumen für Engagement brauchen die Leute vor Ort noch wesentlich mehr als finanzielle Unterstützung und Anleitungen zu ihrer Professionalisierung. Dieses „Bauen an der Zukunft unserer Gesellschaft“, so Babette Scurrell vom Verein Neuland gewinnen e.V., „geht eben über das unentgeltliche Engagement in einem Sportverein oder für den Bastelnachmittag hinaus“. „Wenn wir nicht verhungern sollen“, so Barbara Wetzel vom Allerhand-Verein, der ein offenes Haus für Begegnung in Qualitz bei Güstrow etabliert hat, „muss ein Teil dieser Arbeit ähnlich wie Sozial- oder Jugendarbeit wie Erwerbsarbeit entlohnt werden“.

Ein Bürgermeister aus Bayern betonte in seinem Statement wie wichtig professionelle, landesweite, am besten bundesweite Unterstützung der Vereine und Initiativen ist: „Wenn es uns beispielsweise gelingt ein erfolgreiches Programm aus Baden-Württemberg auch in Bayern zu implementieren, dann kann so etwas wie eine Welle ins laufen kommen.“

Die Botschaft, die von dieser Konferenz der Akteure ausgesendet werden soll, lautet daher: Einerseits die kleinen Projekte stützen, die vor Ort Teilhabe ermöglichen und deren Erfolge bei den anstehenden gesellschaftlichen Veränderungsprozessen sichtbar werden lassen und weitertragen. Andererseits soll zugleich die Zukunftsvision des guten Lebens auf dem Land nicht aus dem Auge verloren werden, damit Konferenzen wie diese, wie es Tobias Burdukat vom „Dorfer der Jugend“ aus Grimma in Sachsen ausdrückte, zukünftig viel weniger dringend wären.