osten brandenburg kultur 2019

Das Heft in die Hand nehmen

Förderrunde 4: 2019–2021

Egal ob es um den Bienenkiller Varroamilbe, die Halslänge diverser Schildkrötenarten oder um den evolutionären Ursprung des Zahnschmerzes geht. „Ich habe den besten Job der Welt“, ist sich Wissenschaftsjournalistin Kerstin Hoppenhaus sicher. Mit diesen Themen beschäftigt sich die studierte Biologin seit vielen Jahren, dreht als Regisseurin Dokumentationen – und wurde dafür mit vielen Preisen geehrt. Nun hat sie in neues Thema für sich entdeckt: die Nordwestuckermark und ihre Umgebung. Kein Wunder, schließlich will sie hier bald leben. Aber noch ist ihr neues Zuhause eine „Ruine im fortgeschrittenen Bauzustand“.

Und wie an ihrem neuen Haus, baut sie auch schon heute an einer Idee für ihre Wahlheimat: die „Unken-Postille“, ein „hyperlokales, partizipatives Wissensmagazin“, das sie zusammen mit Einheimischen herausgeben möchte. „Es gibt so viele wichtige Themen hier. Ich möchte gerne auch andere dafür begeistern, Fragen zu stellen und verstehen zu wollen.“ Alle aus der Region seien eingeladen mitzumachen. „Die Menschen hier sind freundlich, pragmatisch und oft sehr naturnah aufgewachsen, außerdem viel draußen aktiv.“

Zunächst will sie ein Team aus Freiwilligen aufbauen, die sich in Redaktionstreffen austauschen. Einzige Voraussetzung: Neugierde. Das Basis-Rüstzeug für den Journalismus kann Medienprofi Hoppenhaus den künftigen Bürger-Reporterinnen und -Reportern beibringen. Um Themen macht sie sich keine Sorgen: Artenvielfalt, Bodenkunde, Energie oder Gesundheit - das alles betrifft auch die Uckermark. „Das sind aber nur Vorschläge – vorgeben möchte ich nichts“, sagt sie. Es scheint aber sicher kein Problem zu sein, um in zwei Jahren die geplanten fünf Ausgaben mit einer ordentlich Ladung Nordwestuckermark zu füllen.