slider1

Dorf der Jugend

Förderrunde 3: 2017–2019 

Mit seinen Tattoos und dem Vollbart sieht Tobias Burdukat – Spitzname: Pudding – nicht aus wie der typische Stadtrat. Aber auch unter seinen Sozialarbeiterkollegen ist er ein Sonderfall. Als ihm in seiner Heimatstadt Grimma von der Diakonie eine Stelle angeboten wurde, sagte er zu – unter der Bedingung, seinen eigenen Ansatz verfolgen zu dürfen. „Ich will Jugendliche nicht möglichst schnell reintegrieren. Sie sollen eigenständig handeln, frei sein dürfen.“ Über Wochen fuhr er im Schulbus mit. Besuchte ein Jahr lang jede Schule, um sich und sein Angebot vorzustellen. Etwa 20 Jugendliche bilden heute den engeren Kreis um Burdukat. „Sie leiten selbst Projekte, arbeiten aktiv mit.“ Auch dann noch, wenn sie mit der Schule fertig sind und sich ihr Lebensmittelpunkt verlagert. Seit 2015 gibt es für die Arbeit der Gruppe auch einen festen Ort: eine alte Spitzenfabrik am Muldeufer. Dort finden Workshops und Konzerte statt, 2016 eröffnete ein Café in einem Schiffscontainer. Burdukat fände es schön, wenn langfristig das ganze Areal zum Jugendzentrum werden würde. Zu einem „Dorf der Jugend“, wie er das Projekt nennt. Davon abhängig sei die gemeinsame Arbeit aber nicht. „Schließlich sind es die Menschen, die ein Dorf gestalten.“ Nicht die Gebäude.