Mut zur Lücke

Förderrunde 4: 2019–2021

Die Domstadt Wurzen nahe des Flusses Mulde ist zu einem attraktiven Pendlerort geworden: eine gute Anbindung an Leipzig, geringe Mietpreise, sanierte Bau-Schmuckstücke. Und Kunst. Zum Beispiel die von Martina Jacobi. Die Künstlerin und Kulturförderin ist seit acht Jahren im Leipziger Umland aktiv. Sie gründete 2010 zusammen mit anderen den Schweizerhaus Püchau e.V., mit dem sie jetzt den Projektladen für Kunst und Kultur ins Leben gerufen hat: „Der Laden“ – Raum für Kunst und Kultur war früher einmal ein Lederwaren-Geschäft mit eigener Sattlerei. Aber wie so viele kleine Läden musste auch „Leder Schulze“ sein Geschäft einstellen und stand sechs Jahre lang leer.

Jetzt bieten die Räume viel Platz für Kunst- und Kulturangebote an fünf Tagen die Woche: Theaterworkshops, offene Ateliers, Film- und Medienworkshops oder selbstorganisierte Treffen. Mit der Förderung durch die Neulandgewinner will Frau Jacobi nun ein Sonderprogramm durchführen: „2019 ist Wahl in Sachsen und das ist gesamtgesellschaftlich, aber besonders auch für den Kunst- und Kulturbereich eine brisante und wichtige Zeit.“

Es wird Kino- und Filmbesprechungen zum Thema Gleichberechtigung und dem Grundgesetz geben sowie Impuls- und Theaterworkshops zu demokratischen Prinzipien. Und einige „etwas verrückte Sonderaktionen“: Beim Grabungsprojekt „Archäologie des Zukünftigen“ sollen Teilnehmende aus Wurzen und Umgebung zum Beispiel Artefakte konzipieren, erschaffen – und vergraben. Um sie dann – möglichst öffentlichkeitswirksam – wieder auszugraben. Bei „RaumTiger“ werden Lücken im öffentlichen Raum mit temporären Installationen gefüllt. Frau Jacobi: „Denn eine Lücke ist auch immer eine Chance für neue Ideen und Impulse.“


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