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Initiative Zukunft für Siggelkow

Förderrunde 1: 2013–2015

Wenn der ehemalige Sozialwissenschaftler Heinz Niemann über die Gemeinde Siggelkow spricht, gerät der sonst eher rationale Mann ins Schwärmen: „Ich hänge mit jeder Faser an diesem Dorf.“ Niemann ist in Siggelkow aufgewachsen. Genau wie seine Kinder und Enkel. Doch um die Jahrtausendwende veränderte sich das Leben in der Gemeinde: Den Geschäften fehlten die Kunden und manche Einrichtung musste infolge mangelnder Auslastung geschlossen werden. Immer längere Arbeitswege zwangen manche der Einwohner, aus ihrem Dorf wegzuziehen. Zurück blieben die Älteren. Die Situation bedrückte nicht nur Niemann. Aus Gesprächen während der 775-Jahrfeier entstand erst eine Bürgerinitiative und 2013 dann der Verein „Zukunft Gemeinde Siggelkow“. Mit wissenschaftlichen Methoden analysierte dieser die Lage, setzte Ziele: Infrastruktur erhalten, Versorgung der Älteren sicherstellen, der wachsenden Verschuldung durch eigene wirtschaftliche Tätigkeit entgegentreten, nachhaltige Energieversorgung aufbauen. Und das durch bürgerschaftliches Engagement. Vieles wurde direkt realisiert: Der Verein suchte einen neuen Betreiber für den Lebensmittelladen und richtete im ehemaligen Jugendklub eine Tauschbörse als Kommunikationszentrum ein, die vor allem von der älteren Generation genutzt wird. Ein wöchentlicher Beschäftigungs- und Betreuungstag für Senioren sowie mehrere Seniorentreffs wurden etabliert. Nun soll alternative Energie das Dorf schuldenfrei machen: Die Gemeinde will sich am Betrieb eines Windparks beteiligen. Verhandlungen mit dem Netzbetreiber laufen. Parallel dazu wird nach einer alternativen Wärmeversorgung für Siggelkow gesucht. Heinz Niemann hat sogar einen geeigneten Rohstoff ausgemacht: ein in der Region verbreiteter Reststoff aus Schaf-Schwingel, einem Gras, das nicht als Futtermittel taugt und deshalb günstig zur Verfügung steht.