0 neulandgewinner kuscher

Mittelpunkt Stadtrand

Förderrunde 2: 2015–2017 

Das Kühlhaus am Görlitzer Stadtrand ist ein Bau wie aus einem Fritz Lang Film: ein sandfarbenes Industrieschloss, abweisend und elegant zugleich. Obwohl es nah an der Stadt liegt, hat es keine unmittelbaren Nachbarn. „Perfekt für Techno-Partys“, war Danilo Kuschers erster Gedanke, als er das Gelände sah. Der zweite: „Hier könnte man noch tausend andere Dinge realisieren.“ Zwei Jahre bemühten er und seine Mitstreiter sich um die Nutzungsrechte. Seit 2008 bespielen sie nun die Anlage. Anfangs fanden Veranstaltungen – Partys, Sportevents oder Konzerte – vor allem außen statt. Mittlerweile ist die ehemalige Maschinenhalle mit ihren riesigen Fenstern zum Konzertsaal umgebaut. In den angrenzenden Trakten sind unter anderem eine Siebdruck- und eine Kreativwerkstatt, ein Fotolabor, Ateliers, Proberäume und das Büro des Vereins eingezogen. Unter dem Motto „Mittelpunkt Stadtrand“ bietet der Verein im Haus Workshops zu Themen wie Upcycling oder Stadtentwicklung an. Aber auch die Sanierung geht weiter. Die Materialkosten dafür trägt der Eigentümer. Und dem gefällt das Geschehen auf dem Gelände so gut, dass er nun noch das angrenzende Grundstück kaufen will. „Wohn- und Arbeitsraum für kreative junge Leute “ solle dort entstehen, sagt Danilo Kuscher. Klar, dass die Vereinsmitglieder da einziehen wollen. Aber nicht allein, sagt Kuscher: „Wäre schön, wenn wir damit auch neue Gesichter aus der Kultur- und Kreativwirtschaft nach Görliz locken.“