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Verwurzelt im Moor

Förderrunde 4: 2019–2021

Das hätte sich Fritz Greve auch nicht träumen lassen. Der Künstler aus Malchin in der mecklenburgischen Schweiz malte zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Bilder, in denen er die Moorlandschaft vor seiner Haustür verewigte. Und wurde damit zu so etwas wie dem Paten des Projekts Moortheater, in dem vor allem junge Menschen das Moor kennenlernen und sich kreativ mit diesem Lebensraum auseinandersetzen.

Uta Berghöfer hat das mobile Landschaftstheater zusammen mit Lars Grünwoldt ins Leben gerufen. Sie wollen Greves Erbe nicht nur aufrechterhalten, sondern auch in die Zukunft tragen. Und das scheint zu klappen. „Unser erstes Theaterstück stieß auf so enormen Zuspruch, dass wir und unsere Unterstützerinnen und Unterstützer das Projekt weiter antreiben wollten.“ Im ersten Jahr fand das Theater inmitten des Moores statt, ehe es nun mit einem Zirkuszelt im Schlosspark am Rand des Moors eine neue Form gefunden hat. „Schließlich wollen wir Momente der intensiven Erfahrungen mit der Natur ermöglichen“, sagt die Umweltwissenschaftlerin.

Sie beschäftigt sich schon lange mit der Frage, welche Zugangsformen zur Natur es gibt. Ihre Antwort: „Sie liegen schon in uns, wir brauchen sie nur zu wecken. Aber das ist leichter gesagt als getan – vor allem wenn es ums Moor geht, das in unseren Vorstellungen immer etwas düster daherkommt.“ Die Theaterstücke eröffnen neue Perspektiven. Und noch mehr: Die Vorführungen erzählen nicht nur die Geschichte der Natur und machen sie den Zuschauerinnen und Zuschauern zugänglich. Die verwendeten Metaphern über Wurzeln im Moor oder das bunte Zusammenspiel zahlreicher Insektenarten eröffnen einen Raum für weitergehende Fragen an das Publikum: Wo sind eigentlich unsere eigenen Wurzeln und wie kann unsere eigene, vielfältige Gesellschaft funktionieren?


osten meckpom kultur 2019
2019