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Offene Werkstätten für Selbsthilfe und Allmendegüter

Förderrunde 2: 2015–2017 

Das Landkombinat als Saftladen zu bezeichnen, wäre natürlich eine Frechheit. Ganz falsch aber auch nicht, denn hier auf dem Hof in Gatschow begann alles genau damit: Apfelsaft. Noch ziemlich zu Beginn seiner Geschichte 2009 sammelten sie erstmals herrenloses Obst an der Dorfstraße und pressten es aus, damals noch für den Eigenverbrauch. Dabei blieb es nicht. Heute ist das Landkombinat mehr – ein lebendiger Ort vieler Projekte und noch mehr Ideen zur Stärkung der Gemeinschaft. „Wir wollen einen Raum bieten für Reparieren und Bauen, für Kooperieren und Tauschen – natürliche Ressourcen schonend und sozial verträglich“, sagt Vereinsvorstand Wibke Seifarth. Sie ist seit 2013 dabei, als sie ihrem Freund auf den Hof im 80-Seelen-Dorf folgte, in die Idylle nordöstlich der mecklenburgischen Schweiz. Unregelmäßig bieten sie und weitere Engagierte Workshops an für die Leute aus dem Dorf und der Umgebung, für Freunde und Interessierte, „manche kommen auch aus Berlin oder Hamburg“. Die Arbeit reicht vom Bau von Bienenkästen über Reparatur von Fahrrädern mit und für Flüchtlinge bis hin zum gemeinsamen Bauen zum Beispiel eines Solar-Dörrers, der Kräuterblüten und Obst trocknet. Oder des Gatschettows - ein landwirtschaftliches Gerät für die Arbeit mit Pferden. „Den Namen haben die hiesigen Landwirte dem Gerät gegeben, nachdem wir es gemeinsam gebaut haben.“ Wichtig: Die Pläne werden nach dem opensource- Gedanken frei und kostenlos weitergegeben, denn viele Menschen sollen von dem Wissen profitieren. Gewerkelt wird in der Backsteinscheune des Hofs und dort bislang in der Metallwerkstatt und in der Holzwerkstatt, die 2016 fertig geworden ist.. Im kommenden Jahr soll eine Mosterei dazu kommen. Die konzeptionelle Entwicklung und einen Teil der Materialkosten für die Werkstätten übernimmt die Robert-Bosch-Stiftung. „Mittelfristig wollen wir unser Projekt jetzt auch wirtschaftlich auf gesunde Füße stellen“, so Wibke Seifarth. Die Voraussetzungen sind gut, und da muss Wibke Seifarth lachen, „denn immerhin Obst gibt es hier im Überfluss“.

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