Urbane Spinnerei in Demmin

Förderrunde 4: 2019–2021

Demmin ist eine Stadt, die ihren Charme erst auf den zweiten Blick entfaltet. Dann aber gibt es einiges zu entdecken: engagierte Menschen, kleinere und größere Projekte, eine vielfältige Vereinskultur und ein lebendiges Miteinander verschiedenster Menschen. So ging es auch Sarah Dittrich: Sie folgte dem Ruf ihres Herzens, als sie aus Leipzig in die Kleinstadt zwischen Mecklenburgischer Seenplatte und Ostsee zog – und brauchte Zeit, um sich einzufinden und dann Ideen zu entwickeln. Eine davon: die „Spinnerei“, wo Visionen ersonnen und Projekte gesponnen werden – und die den Ausgangspunkt bilden sollte für ihre neue Initiative T30.

Denn Sarah Dittrich verfolgt gleich mehrere Missionen: Sie will Demmins Stärken nach außen tragen, der Verunglimpfung als langweilige Stadt entgegentreten, ein Stück Urbanisierung vorantreiben und ein Knotenpunkt in den landesweiten Netzwerken werden – ob nun in der Kulturwirtschaft, dem Tourismus oder in Gesellschaftspolitik und Bürgerengagement. Als Startort dient das Haus, das sie und ihr Lebenspartner in der Treptower Straße 30 in Demmin kauften, daher auch der Name des Projekts: T30. Neben der Zentrale im bereits sanierten Laden im Haupthaus soll im Hinterhaus – eine alte Backstein-Remise – nun Neues entstehen. „Daraus wird ein Gemeinschaftsbüro mit Werkstatt-Atelier und Seminarraum, das von Vereinen und gemeinnützigen Akteuren zu Betriebskosten genutzt wird und wo Vernetzungs- und Informationsveranstaltungen stattfinden“, so Dittrich. „Es sollen Synergien entstehen für neue Kooperationen und Projekte in der Stadt. Hier darf gelernt und ausprobiert werden: Kunst, Handwerkskurse, Philosophie-Salons, Körpertherapien, vieles ist denkbar.“

Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg. Zunächst muss das in die Jahre gekommene Backsteinhaus weiter saniert und schließlich für die Nutzung ausgestattet werden. So lange arbeiten die ersten Aktiven noch in der Spinnerei. Denn schließlich sollen andere Demmins Charme schnell kennenlernen.


osten meckpom kultur 2019