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Förderrunde 3: 2017–2019 

Straze und sie – das war Liebe auf den ersten Blick. Als die Bootsbauerin Nadja Tegtmeyer 2006 zum Studieren nach Greifswald kam, wäre sie gerne in die Stralsunder Straße 10 eingezogen. „Viele Freunde wohnten dort“, erinnert sie sich. Doch schon damals zeichnete sich ab, dass die WGs und Vereine, die in dem „Straze“ genannten Gebäude zu Hause waren, nicht würden bleiben dürfen. Die Universität, der das ehemalige Theater gehörte, suchte bereits nach einem Käufer. Doch der Versuch des Pfadfinderbunds, das Gebäude zu kaufen, scheiterte. 2008 übernahm ein Investor das Straze – und beschloss, es abzureißen. Sechs Jahre stemmten sich die ehemaligen Mieter dagegen. Erst 2013 willigte der Besitzer ein, an den zur Straze-Rettung gegründeten Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald zu verkaufen. Mehr als 140 Freiwillige halfen, das Haus zu entrümpeln. Seit 2016 wird nun saniert. 45 Wandergesellen machten das Straze zu ihrer Sommerbaustelle – nur gegen Kost und Logis. Nadja Tegtmeyer ist für die Baukoordination zuständig und glücklich über die Fortschritte – auch, wenn sie „keinen Hausschwamm mehr sehen kann“. Die Robert-Bosch-Stiftung fördert die Ausbildung im Umgang mit altem Handwerk und regionalen Baustoffen. Und dafür hat man noch eine Menge Zeit: Denn mindestens fünf Jahre wird es noch dauern, bis alle Beteiligten ihre Büros und Wohnungen beziehen können. Doch schon jetzt begleiten Workshops und Veranstaltungen die Bauarbeiten, ist wieder Leben in dem 150 Jahre alten Gebäude.