Die etwas andere Speicherenergie

Förderrunde 5: 2021–2023

Wer glaubt, dass der Klimawandel nicht stattfindet, der sollte Martin Merk in Ostbrandenburg besuchen. Die Kombination aus steigenden Temperaturen, immer weniger Niederschlag und Sandböden, die wenig Wasser speichern, führt in Zukunft dazu, dass dort viele Flächen landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar sein werden. Der Diplom-Ingenieur hat die Tragweite nachhaltigen Handelns schon früh erkannt und bereits 1991 den gemeinnützigen Ökospeicher e.V. mitgegründet. Kern ist ein ehemaliger LPG-Getreidespeicher, der in Eigenleistung über viele Jahre um- und ausgebaut wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Gästehaus für bis zu 20 Besucher, Seminarräume, ein Vereins-Café und einen Laden mit Bio- und Fair-Trade-Lebensmitteln – und viele Veranstaltungen rund um Nachhaltigkeit. 

 

Bei all diesen Aktivitäten entsteht CO2, das Martin Merk und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter nun zu 100 Prozent reduzieren oder kompensieren wollen. Einiges gibt es bereits: eine PV-Anlage, einen Holzpelletkessel für die Wärmeerzeugung, Holz und Lehm als Baustoffe. Das Ladengeschäft befreit sich von Verpackungsmüll und zwei Hektar Fläche sollen aufgeforstet werden. Im nächsten Schritt will der Verein seinen Carbon Footprint unabhängig und transparent prüfen lassen. Zur Klimabilanz werden dafür auch die Anreise der Gäste sowie die anteiligen Emissionen von Dienstleistern und Lieferanten mit eingerechnet. „Wenn wir wissen, welche Maßnahmen – Ressourcenschutz, Einsparung, Effizienzsteigerung – wie wirken, wollen wir unsere Erfahrungen weitergeben. Damit noch mehr Engagierte wirkungsvoll gegen den Klimawandel arbeiten können,“ so Martin Merk.

Ostdeutschland Runde 5 2021