Ein Institut zum Selbermachen

Förderrunde 5: 2021–2023

„Willkommen in Löbau. Keine Angst, der Rest wird schöner!" Das stand auf einem der Plakate, die René Seidel bei einer seiner täglichen Spazierfahrten mit dem Kinderwagen während seiner Elternzeit an verlassene Orte klebte. Das war der Start seines Engagements für Löbau. Es sollte eine kritische Bestandsaufnahme mit Augenzwinkern sein. Um selbst zur Verbesserung beizutragen, gründete er mit Freundinnen und Freunden den Verein ‚LÖBAULEBT‘. Nach ersten kleinen Straßenfesten und einer größeren Ausstellung schuf der Verein immer mehr Angebote: Kinoabende, ein Makerspace, Lesungen, Konzerte, Weihnachtsmärkte, Jugend- und Seniorenforen zu Stadtentwicklungsthemen. „Am Anfang hat sich die Nachfrage stark auf unseren eigenen Bekannten- und Freundeskreis beschränkt. Mittlerweile sind aber wirklich alle Altersgruppen und politische Spektren bei uns zu Gast“, erzählt René Seidel. 

Seit diesem Jahr hat „LÖBAULEBT“ sogar einen festen Anlaufpunkt, ein soziokulturelles Zentrum. Hier soll auch das nächste große Projekt zuhause sein: Das Institut für Neuland.

 

„Denn inzwischen wenden sich immer mehr Leute mit Ideen zur Stadtentwicklung an uns, weil sie in der Stadtverwaltung nur schwer konkrete AnsprechpartnerInnen finden“, so René Seidel. Dabei geht es natürlich auch immer um Geld. Keine Riesensummen, 200 bis 500 Euro. Das Institut will deshalb mit Know-how und mit Geld helfen. Workshops zu Öffentlichkeitsarbeit, Crowdfunding oder Veranstaltungsorganisation sollen genauso zum Angebot gehören wie ein kleiner Fonds mit Mikroförderung für Löbau-Projekte. „Wir wollen Mut machen, die Dinge anzupacken, auch wenn es schwierig wird. Denn auf Dinge, die nicht gehen, haben wir keine Lust mehr."

sueden kultur integration Ostdeutschland Runde 5 2021