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Landfrugens wilde Früchtchen - Neue berufliche Chancen durch Produktentwicklung aus Wildfrüchten

Förderrunde 1: 2013–2015

Wenn Angelika Westphal spazieren geht, kommt sie fast immer vom Weg ab. Die Politologin sammelt wild wachsende Früchte: eiförmige Kornelkirschen, neonrote Berberitzen oder an Mini-Trauben erinnernde Mahonien. Mit den winzigen Felsenbirnen beginnt im Juli die Sammelsaison. Sie endet erst, wenn Westphal die letzten vom Frost weich gewordenen Mispeln gepflückt hat. Die Funde verarbeitet sie dann zu „Landfrugens Wilde Früchtchen“ – Marmeladen, Chutneys oder Mixed Pickles. Traditionelle Produkte, die dank der Zutaten ungewohnt exotisch schmecken. Heute ist sie auf vielen regionalen Märkten zu treffen, wo sie ihre Produkte verkauft – und die Kunden eine Menge lernen können über die wilden Früchtchen.

Als Westphal vor Jahren begann, mit Wildobst zu experimentieren, war das der Versuch, gemeinsam mit den örtlichen Landfrauen etwas Zeitgemäßes herzustellen. „Mittlerweile ist daraus fast ein Fulltime-Job geworden“, sagt sie. Über 500 Gläser Aufstrich und fast 200 Chutneys hat sie 2016 schon eingekocht. Mit Sammeln alleine ließe sich das nicht bewerkstelligen – obwohl sie mittlerweile „mit Röntgenaugen durch die Landschaft geht“. Anfangs verarbeitete sie Obstspenden. Nun erntet sie auch von den über 100 Gehölzen, die sie mit Freiwilligen im Naturerlebnispark Gristow gepflanzt hat. Kiloweise. Zumindest solange sie schneller als die Stare ist.