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Schüler machen Geld

Förderrunde 2: 2015–2017 | Denklabor 

Kindern beibringen, wie man durch Spekulieren Geld macht? Frank Jansky hält das für eine absurde Idee. Als sein Sohn 2014 aus der Schule Unterlagen für ein Börsenspiel mitbrachte, suchte der Anwalt nach einem Weg, konstruktiv gegenzusteuern. Die Lösung: Schülergeld. Seit fast zwei Jahren ist an der Sekundarschule in Parey nun der WIR in Umlauf – eine alternative Währung, entwickelt nach Vorbild des ebenfalls von Frank Jansky gegründeten regionalen Urstromtalers. „In vielen Familien ist das Geld knapp. Mit dem WIR können sich die Kinder beim Schulfest trotzdem ein Eis leisten“, sagt Jansky. Oder in einem der bisher zehn teilnehmenden Geschäfte in der Region einkaufen. Etwa 15.000 der nach einem Design der Schüler gedruckten WIR-Noten sind zur Zeit in Parey in Umlauf. Geschenkt gibt es die natürlich nicht. Die Jugendlichen können sie sich aber verdienen, indem sie zum Beispiel den Schulhof säubern oder in der Schülerfirma „Durstkiller“ mitarbeiten. Wichtigster Lerneffekt: „Dass man sich Geld erarbeiten muss“, sagt Jansky. In Zukunft sollen mit dem WIR auch Ferienreisen ermöglicht werden. „In Österreich und der Schweiz gibt es interessierte Kooperationspartner“, sagt der Projektleiter. Mit einer Regionalwährung kann man nämlich ganz schön weit kommen.

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