BrandenburgFörderrunde 7: 2025-2026

Tanzend in die Gesellschaft

Ganz klar, Ami ist eine Wiederholungstäterin. Und das ist gut so. Vor allem für die vielen Frauen im brandenburgischen Bad Belzig und Umgebung, insbesondere für jene mit Migrationserfahrung. Denn seit Jahren setzt sich Anne-Marie Schütte (genannt: Ami) für sie ein: 2016/17 war sie bereits einmal Neulandgewinnerin mit dem Begegnungs- und Dialogprojekt „People meet People“ für geflüchtete und einheimische Menschen, später hat sie ein EU-gefördertes Job-Modellprojekt für geflüchtete Menschen im ländlichen Raum geleitet, seit 2023 ist sie für migrantische Frauen auf dem Land in Brandenburg aktiv, begleitet eine Gruppe „Yoga & Empowerment“, gibt Resilienz-Trainings für Betroffene weiblicher Genitalverstümmelung und vieles mehr.

Damit hat sie offenbar ihre Bestimmung gefunden. Ihr neuestes Projekt: Der „Mut-Kokon“. Dabei will sie Frauen mit Migrationserfahrung mithilfe von Yoga, Meditation und Interventionen wie Bauchtanz in ihre Selbstwirksamkeit bringen, in einem Safe Space, einem Vertrauensraum, einem Kokon eben. Es ist ein Projekt, in das Amis Erfahrungen der vergangenen Jahre einfließen, insbesondere die Beschäftigung mit Methoden der Anti-Bias- und Empowerment-Arbeit sowie der traumasensiblen Gruppenarbeit, Selbst- und Körpererfahrung. Dass Menschen für ihre persönliche Entwicklung in Verbindung mit ihrem Körper kommen, hält Ami Schütte dabei für zentral. „Nur so kann ich erkennen, was meine nächsten Schritte im Leben sind, was mir persönlich wichtig ist, wo meine Kraft liegt. Um dann mit Mut die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.“

Aber Ami wäre nicht Ami, wenn sie nicht darüber hinausdächte: Das Empowerment der Frauen soll nicht nur der Selbstentfaltung dienen, sondern auch der Integration in die Gesellschaft. Die Plattform dafür: die offenen Frauendialoge Ost-West in Bad Belzig, an denen Amis Schützlinge in Zukunft teilnehmen und sich einbringen können. „Das ist ein super Anknüpfungspunkt, damit ihre Stimme auch in der Gesellschaft gehört wird.“

Und sie geht sogar noch einen Schritt weiter: Ami begleitet derzeit drei Frauen aus Afghanistan, um sie zu Expert:innen für die Themen Frauenrechte und Rassismuserfahrung zu machen, „um Workshops für die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu geben“, aber auch, um etwa Menschen im Sozialbereich zu schulen, die mit Migrant:innen arbeiten und nur einen deutschen Background haben. „Damit sie die Situation von Frauen in Afghanistan noch besser verstehen.“ Man darf also gespannt sein, was Ami sonst noch auf die Straße des Engagements bringen wird.

Anne-Marie Schütte
Mut-Kokon
Soziale Arbeit Mittelmark e.V.
Bad Belzig

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