Hänger statt abgehängt

Förderrunde 5: 2021–2023

Das wird nicht so einfach, den alten Camping- und Verkaufswagen mit Inventar für alle Zwecke auszustatten. Zur Tour über die Dörfer stehen bereit: ein Schmied und ein Steinmetz, eine Schneiderin, eine Yogalehrerin, eine Kräuter-Expertin, die örtlichen Landfrauen mit ihren Kursen, ein Smartphone-Erklärer. Theater oder Kino gibt’s obendrein. Und wer den Verein „Landgestalten e.V.“ kennt, weiß, dass diese Aufzählung nur ein bescheidener Ausschnitt sein kann. Die Idee, mit dem Vintage-Caravan auf kulturelle und kreative Reisen in der Region zu gehen, ist quasi die mobile Fortsetzung der Vereinsaktivitäten der letzten zwei Jahre, mit denen bereits ein großes Netzwerk aufgebaut werden konnte.

„Mit dem Anhänger ist keiner abgehängt“, sagt Kathrin Dobiéy; ein kleines Wortspiel mit ernsthaftem Hintergrund. Denn die Lommatzscher Pflege, eine Gegend zwischen Meißen und Nossen westlich von Dresden, ist beispiellos zerstückelt: Es gibt hunderte Dörfer mit unter hundert Einwohnerinnen und Einwohnern, dort ein gesellschaftliches Leben herzustellen, ist ein steter Kraftakt. Das „Landgestalten“-Mobil wird sich dafür mit Hofinitiativen, Vereinen und Bildungseinrichtungen zusammentun und Kultur auf Rädern zu den Menschen in der Region bringen. Besucht werden Höfe, Dorfplätze, Wiesen, Felder und Wälder; Feste, Veranstaltungen und Märkte. Im Zentrum stehen Begegnung und Austausch, beispielsweise im Rahmen einer „Wanderkneipe“. Denn schließlich kommt man bei einem guten Gespräch nach Feierabend oft auf die besten Ideen.

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