Neulandsucher 2025

Ira Roschlau

Zukunft hat Herkunft: Ost-West-Salon

Es gibt nicht viele Initiativen, die innerhalb kürzester Zeit derart durch die Decke gehen: Ira Roschlau und ihr „DenkRaumOst“ gehört zweifelsohne dazu. Seit 2022 bietet die gemeinnützige UG diverse Gesprächs- und Diskussions-Formate an, die „den Charme des Osten Deutschlands, seine Schönheit, seine Potenziale und Innovationen sichtbar machen“. Mit ihrem neuesten Baby „Zukunft hat Herkunft“ schafft sie nun in Schöneiche einen vertraulichen Rahmen, in dem sich paritätisch Ost- und Westdeutsche über ihre persönlichen Geschichten und Erfahrungen austauschen können. Im Zentrum: das Verbindende, weniger das Trennende.

Anja Reißmann

Mitmach.Labor.Zeitz

Ob es an der Lage in der Fußgängerzone liegt, an den kostenlosen Angeboten, den Bewerbungen in einfacher Sprache – oder einfach an der Bücherkiste vor der Tür: Das Stadtlabor in Zeitz ist seit vier Jahren ein wichtiger Kontaktpunkt für Menschen, denen Gemeinschaft und Ehrenamt am Herzen liegt. Anja Reißmann, Mitgründerin des Trägervereins, hat einen Ort von Menschen für Menschen geschaffen, in dem eine Menge los ist: Kontaktcafés, Nachhilfe und Spieleabende bis hin zu Lesungen in einfacher Sprache, Diskussionsrunden zu gesellschaftspolitischen Themen oder niedrigschwelligen demokratische Bildungsangebote.

Fabian Frucht

Werkstatt Café Kietz 7

Die Biografie von Fabian Frucht ist eine kleine Rarität: Geboren am Bodensee, zogen seine Eltern nach Brandenburg, als er fünf Jahre alt war – ein „Wessi“, der die Sozialisation als „Ossi“ genoss. Und vielleicht ist es genau diese Mischung, die ihn zu einem Menschen machte, dem Zusammenhalt so wichtig ist. Gemeinsam mit seiner Partnerin baute er in Stolzenhagen in einem alten Dreiseithof einen Ort vielfältiger Aktivität: Das alte Stallgebäude wurde zur Werkstatt, der Raum nebenan zum Café,  jeden Freitag kommen Menschen, um Fahrräder zu reparieren, mit Holz oder Metall zu arbeiten oder einfach nur einen Kaffee zu trinken.

Jonas Urbat

Queerer Treff für junge Menschen in Schiltach

Wie gut, dass es Menschen gibt, die einfach mal anfangen, auch wenn das zu durchbohrende Brett eine beachtliche Dicke aufweist. Menschen wir Jonas Urbat. Gemeinsam mit anderen Engagierten hat er in Schiltach, einer 4000-Seelen-Gemeinde im Schwarzwald, einen Treffpunkt für queere Jugendliche geschaffen. Seitdem kommen zehn junge Menschen zwischen 13 und 18 Jahren regelmäßig aus den umliegenden Gemeinden her, um zu kochen, zu reden, sich gegenseitig zu unterstützen. Und es gibt große Pläne für die Zukunft: Ausflüge, Filmvorführungen, Workshops, Musikproduktion, ein Sommerfestival für Queere und vieles mehr.

Maike Steuer

Jugendredaktion: Wir schreiben Geschichte(n)

Sie ist Frau des Worts, eine Kämpferin, eine Optimistin – und damit genau die richtige, um sich in einer AfD-Hochburg wie im Altenburger Land den antidemokratischen Populist:innen in den Weg zu stellen. Die Journalistin Maike Steuer aus Kriebitzsch hat schon mit dem „Kreativkonsum“ einen Ort für die liberale Gesellschaft und Demokratie und mit dem Online-Medium „Altenburger Landleben“ eine Plattform für „ausschließlich gute Nachrichten aus Altenburg“ geschaffen – ein perfekter Rahmen, in dem sie nun mit einer Jugendredaktion ein „demokratisch-positives Gegengewicht“ zum Mainstream schaffen möchte.

Rebecca Sutton

Umsonstladen für Waldenburg

Wie aus einer erfolgreichen Aktion ein Mehr wird, zeigt eindrucksvoll das Projekt von Rebecca Sutton und weiteren Engagierten in Waldenburg: In der Kleinstadt an der Mulde hat man 2024 erstmals einen Hofflohmarkt erprobt, bei der 50 Haushalte mitmachten und bei dem es um mehr als Kaufen und Verkaufen ging – sondern um Begegnung. Ein Riesenerfolg. Nun gehen die Engagierten den nächsten Schritt und eröffnen einen Umsonstladen: Im Zentrum der Stadt können künftig gut erhaltene Kleidung, Haushaltsgegenstände, vielleicht sogar kleine Möbelstücke erworben werden. Zudem soll man miteinander ins Gespräch und Tun fürs Gemeinwohl zu kommen.

Sandy Neldner

Hier blüht was auf!

Wenn es nicht zu kitschig klänge, müsste man sagen: Da schafft jemand einen blühenden Garten der Gemeinschaft. Sandy Neldner vom Bürgerhaus Drebach im Erzgebirge will eine brachliegende Fläche rund ums bereits belebte Bürgerhaus zum Leben erwecken: ein Ort, an dem Generationen sich begegnen, miteinander werken, feiern und voneinander lernen – und Spaß haben bei Kinoabend und Tanztee im Grünen. Vor allem ältere Männer möchte sie mit Tischtennis, Skat, Schach oder traditionellen Handwerkskünsten gewinnen. Wichtig ist ihr vor allem: Die Menschen vor Ort sollen in Zukunft selbst die Verantwortung für den Garten übernehmen.

Steffi Dubrau

Döbbern Allstars!

Gerade für Jugendliche kann das Leben auf dem Dorf einer großen Öde gleichen. Da ist es kein Wunder, wenn viele von ihnen nach der Schule die Flucht in die Großstadt antreten. Für Steffi Dubrau, Ortsvorsteherin von Groß Döbbern und selbst Mutter, keine Option: Sie will nun jeden Monat gemeinsam mit jungen Menschen einen Event auf die Beine stellen – ein Karaoke-Abend, eine Halloween-Feier oder ein Graffiti-Workshop. Wichtig ist ihr vor allem, dass nicht nur die Ideen von den Jugendlichen kommen, sondern dass sie auch die Umsetzung in die Hand nehmen, sie evaluieren und daraus lernen. Für mehr Eigenverantwortung.